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Freiwillige Feuerwehr Volksdorf

Freiwillige Feuerwehr Volksdorf

Von der Wittkittel-Nachtwache zur modernen Hilfeleistung

1777: Hamburg schickt Männer mit weißen Kitteln ins Dorf.

Die Wittkittels

1777: Hamburg schickt Männer mit weißen Kitteln ins Dorf.

Im Volksmund hieß die Löschmannschaft "Wittkittels" — sie waren mit weißen Leinenkitteln uniformiert. Diese ständige Nachtwache bestand aus zwei Aufsehern und 25 Spritzenleuten. Ihre Ausrüstung: eine Handdruckspritze (10 Mann Bedienung), ein Zubringer, ein hölzerner Wasserwagen und lederne Eimer.

Falls ein verdächtiger Rauch bemerkt wurde, hatten sie die Bewohner "mit Bescheidenheit, und ohne Angst zu machen, zu warnen." Auf dem 6 Meter hohen Heidberg — dem heutigen Marktplatz — standen zwei uralte Buchen, "Adam und Eva". In "Adam" war eine Leiter bis in die Spitze eingebaut: Volksdorfs Frühwarnsystem für Feuer, mit Sicht bis weit hinter Farmsen.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

3. März 1894: 22 Männer, 300 Mark für Hosen, ein Commandeur namens Ferck.

Am 3. März 1894 wurde die Freiwillige Feuerwehr Volksdorf gegründet. Erster Commandeur: Claus Ferck — derselbe Ferck, dessen Familie den landwirtschaftlichen Hof besaß, der später der Weißen Rose weichen musste. Das alte Volksdorf war klein genug, dass eine Familie an mehreren Stellen gleichzeitig präsent war.

Aus der Gemeindekasse wurden 300 Mark für Hosen der aktiven Mitglieder bewilligt — 11,50 Mark pro Stück. Wer zu einer Versammlung ohne schriftliche Entschuldigung fehlte, zahlte 0,50 Mark Strafe.

Das erste Spritzenhaus stand gegenüber dem heutigen Dorfkrug, neben der Friedenseiche. An der Giebelseite war das Hamburger Wappen als Relief eingearbeitet. 1958 wurde es für den Neubau der Sparkasse abgerissen.

Ein Jahrhundert im Dienst

1956 zog die Wehr in ihr neues Gerätehaus in der Straße Vörn Barkholt — denselben Standort, an dem sie bis heute zu finden ist. Von der Handdruckspritze über das Löschfahrzeug LF 15 (1946) zum modernen Hilfeleistungsfahrzeug: jede Fahrzeuggeneration bedeutete mehr Reichweite, mehr Möglichkeiten — und neue Anforderungen an die Freiwilligen.

Die Feuerwehr heute

Die Freiwillige Feuerwehr Volksdorf rückt jährlich zu etwa 100 Einsätzen aus. Das Einsatzgebiet umfasst eine einzigartige Mischung: dichte Wohnbebauung, historischer Dorfkern mit Reetdachhäusern, Wochenmarkt mit 10.000 Besuchern, U-Bahnhof — und unmittelbar angrenzend weitläufige Waldgebiete. Kein anderer Hamburger Stadtteil kombiniert das auf dieser Fläche.

Die Freiwillige Feuerwehr Volksdorf ist keine hauptamtliche Wache. Ihre Mitglieder haben Berufe, Familien, Alltag — und werden per Alarm herausgerissen, wenn die 112 gedrückt wird. Tagsüber, nachts, am Wochenende, an Weihnachten. Das ist Ehrenamt im wörtlichen Sinne.

Praktische Informationen

Notruf: 112 — immer, sofort, rund um die Uhr

Freiwillige Feuerwehr Volksdorf (F 2931)

  • Adresse: Vörn Barkholt 9, 22359 Hamburg
  • Tel. (nicht Notruf): 040 / 42851-2931
  • E-Mail: [email protected]
  • Website: ff-volksdorf.de
  • Übungsabende: Jeden ersten und dritten Montag im Monat
  • Jugendfeuerwehr: Nachwuchsarbeit, technische Ausbildung und Gemeinschaft
  • Beitritt: Mindestalter 18 Jahre, körperliche Eignung, regelmäßige Ausbildung

Zeittafel

1777: Erste Feuerwache in Volksdorf — die Wittkittels

3. März 1894: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, Commandeur: Claus Ferck

21. Juni 1894: Behördlich anerkannter Gründungstag

1946: Löschfahrzeug LF 15 — erste Motorisierung

1956: Neues Gerätehaus Vörn Barkholt

1958: Abriss des alten Spritzenhauses im Dorfkern

2024: 130-jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Volksdorf

1777

Erste Feuerwache in Volksdorf — die Wittkittels

1894

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, Commandeur: Claus Ferck

1894

Behördlich anerkannter Gründungstag

1946

Löschfahrzeug LF 15 — erste Motorisierung

1956

Neues Gerätehaus Vörn Barkholt

1958

Abriss des alten Spritzenhauses im Dorfkern

2024

130-jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Volksdorf

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