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Die Ohlendorffsche Villa

Die Ohlendorffsche Villa

Volksdorfs schönste Adresse mit bewegter Geschichte

Die Ohlendorffsche Villa steht im Zentrum von Volksdorf, am Ende einer Auffahrt, die noch aus der Zeit des alten Gutshauses stammt. Sie ist denkmalgeschützt, öffentlich zugänglich und eines der wenigen Gebäude im Stadtteil, das eine Geschichte hat, die man erzählen muss: Guanohandel, Hamburger Stadtbaukunst, britische Besatzung, städtischer Leerstand, Bürgerbegehren, Wiener Kaffeehaus.

Inhaltsübersicht

Einführung zur Ohlendorffsche Villa

Die Ohlendorffsche Villa steht im Zentrum von Volksdorf, am Ende einer Auffahrt, die noch aus der Zeit des alten Gutshauses stammt. Sie ist denkmalgeschützt, öffentlich zugänglich und eines der wenigen Gebäude im Stadtteil, das eine Geschichte hat, die man erzählen muss: Guanohandel, Hamburger Stadtbaukunst, britische Besatzung, städtischer Leerstand, Bürgerbegehren, Wiener Kaffeehaus.

Heinrich von Ohlendorff

Zusammen mit seinem Bruder Albertus importierte Heinrich von Ohlendorff Guano aus Peru und stieg zu einem der reichsten Kaufleute Hamburgs auf. Guano — getrockneter Seevogelkot von den peruanischen Küsteninseln — war im 19. Jahrhundert der wirksamste Dünger der Welt und entsprechend wertvoll. Wer den Handel kontrollierte, kontrollierte einen Großteil der europäischen Landwirtschaft.

Ab 1867 begann er, Volksdorfer Bauernhöfe und Jagdrechte aufzukaufen. 1878 ließ er das erste Gutshaus vom Rathaus-Architekten Martin Haller errichten — im Schweizer Stil, auf einem Hügel über dem Park. Bis 1885 war der Ausbau zur Gutswirtschaft abgeschlossen, der Park nach englischem Vorbild angelegt.

Hans von Ohlendorff

Das heutige Gebäude wurde 1928/29 von dem Architekten Erich Elingius für Hans von Ohlendorff gebaut. Hans ließ das alte Gutshaus seines Vaters, kaum dass dieser gestorben war, im September 1928 abreißen, um sofort mit dem Neubau zu beginnen. Über der Haustür, an der Innenseite: "Habe immer etwas Gutes im Sinn." Das Freimaurermotto des Bauherrn.

Das Ergebnis ist ein Gebäude zwischen den Stilen: herrschaftliches Eingangsportal mit Erscheinungsbalkon zur Straße, bürgerliche Behaglichkeit zum Park hin. Die Bibliothek ist höher als die anderen Räume — der unveränderlich guten Akustik zuliebe. Das ist eine Planungsentscheidung, die man nur trifft, wenn man ernst nimmt, was in einem Raum passieren soll.

Die Villa nach den Ohlendorffs

Nach dem Tod von Hans von Ohlendorff 1967: britisches Kasino, dann Ortsamt der Walddörfer ("Rathaus der Walddörfer"). Nach der Bezirksreform 2006: Leerstand. Die Stadt wollte verkaufen. Der KulturKreis Walddörfer initiierte 2008 ein erfolgreiches Bürgerbegehren. Das Grundstück wurde mit Sanierungsauflage an die FRANK Beteiligungsgesellschaft mbH verkauft, die Villa nach der Restaurierung für einen symbolischen Preis an die Stiftung Ohlendorffsche Villa übereignet. Am 16. September 2013 Gründung der Stiftung. 2014 Wiedereröffnung.

Die Villa heute

Stiftung Ohlendorffsche Villa — Trägerin des Gebäudes, gegründet vom KulturKreis Walddörfer e.V. Kulturprogramm: Vorträge, Konzerte, Lesungen. Monatlicher "Volksdorf Offline"-Abend, montags in der Bibliothek.

Kaffeehaus Die Villa — Wiener Kaffeehaus in den denkmalgeschützten Räumen. Oktagon, Wintergarten, Bibliothek. Vom Feinschmecker als eines der besten Cafés Deutschlands ausgezeichnet. Frühstück, Mittagstisch, Konditorei, Sonntagsbuffet.

Öffnungszeiten Kaffeehaus:

  • Di–So 10:00–18:00 Uhr

Zeittafel

1867

Systematischer Aufkauf von Volksdorfer Bauernhöfen durch Heinrich von Ohlendorff

1878

Bau des ersten Gutshauses durch Martin Haller (Rathaus-Architekt)

1928/29

Bau der heutigen Villa durch Erich Elingius für Hans von Ohlendorff

1930

Verkauf des Parks an die Stadt Hamburg, öffentliche Zugänglichkeit

1945

Villa wird Casino der britischen Besatzung

1951

Eröffnung des Ortsamts der Walddörfer in der Villa

1967

Tod von Hans von Ohlendorff

2006

Schließung des Ortsamts, Villa steht leer

2008

Erfolgreiches Bürgerbegehren des KulturKreis Walddörfer

2013

Gründung der Stiftung Ohlendorffsche Villa

2014

Wiedereröffnung als Kultur- und Begegnungsstätte

Kontakt & Adressen

Adresse: Im Alten Dorfe 28, 22359 Hamburg

Tel: 040 – 603 25 58

Öffnungszeiten Kaffeehaus: Di–So 10:00–18:00 Uhr